BFC Dynamo Berlin – Das hässliche Gesicht des Fussballs

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Der RBB-Jugendsender Radio Fritz sendete am 04.06.2010, 18:55 Uhr, in der Tommy Wosch Show die Ankündigung auf einen Beitrag zum Thema BFC Dynamo Berlin, in welcher es wörtlich hieß: “Der BFC Dynamo, ein Fussballverein aus Berlin, der mit Randale immer wieder von sich reden macht und der unbedingt plattgemacht gehört.”

Matthias Wolf, freier Sportjournalist, wird angerufen und man kommt schnell zum Thema:

Nach einer 0:1 Niederlage gegen Ankaraspor Kulübü im Berliner Pokalendspiel gab es wieder Randale seitens mehrerer gewaltbereiter BFC-Hooligans. Man solle dabei beachten, dass es sich bei den Spielen des BFC Dynamo Berlin um “niederklassige” Spiele (T. Wosch) handele, zu welchen in der Regel 3.ooo Zuschauer kämen, inkl. 400 gewaltbereiter “Fans” (also Hooligans).  Auf diese 3.000 Zuschauer kommen dann in der Regel 1.000 Sicherheitskräfte. Und was von den sogenannten “Fans” akkustisch dargeboten wird, kann man durchaus Rassismus pur nennen.

Hier einige Auszüge der “Fan”-Gesänge:

“Wir hassen die Türkei”
“S-Bahn nach Auschwitz.”

Wolf nennt das Übel beim Namen und formuliert auf die Frage, wie sich denn die Offiziellen des BFC auf Anfragen verhalten würden: “Die Offiziellen des Vereins verhalten sich gar nicht. Der Haupt-Sponsor ist ein Ex-Platzstürmer. Und weitere Sponsoren des Vereins sind Alt-Hooligans. Auch der BFV (Berliner Fussballverband) verhält sich gar nicht. Wenn es jetzt wieder keinerlei Kosequenzen gegen den BFC Dynamo geben sollte, muss man den BFV mal ernsthaft fragen …”

“Ich hoffe, dass es mit dem BFC irgendwie weitergeht.” Heiko Bonan, Trainer des Oberligisten BFC Dynamo.

Der Verein distanzierte sich gestern in einer Presseerklärung “von den sogenannten Fans, die in den Innenraum eingedrungen sind und somit dem Ruf des BFC Dynamo in der Öffentlichkeit geschadet haben”. Zudem hat der Berliner Fußball-Verband (BFV) bereits angekündigt, die Vorkommnisse aufzuarbeiten.

Sicher ist: Daumenhalten bei Finals, Qualifikationen und Pflichtspielen ist unter den wirklichen Fans genauso angesagt, wie das Mitfiebern. Manchmal trägt er auch die Enttäuschung mit nach Hause und vielleicht weint er auch mal, wenn es nicht so gelaufen ist … Aber Fussball, auch nicht der BFC, ist niemals Politik oder Gesinnung, unter derer man in den Krieg zieht, uniformiert und mit Springerstiefeln, Keulen, Knüppeln. Das hat nichts mit Fussball zu tun – das ist Fanatismus!

Da der BFC Dynamo in der “Szene” nicht unbekannt ist und Leuten Angst macht, die einfach nur in ihrem Kiez, in ihrer Region Fussball sehen wollen, stellen wir Ihnen hier zum Schutz der wirklichen Fans, der Gäste und der Aktiven einige Diskussionsfragmente anheim:

Sollte man Vereine wie den BFC Dynamo Berlin durch den Verfassungsschutz beobachten lassen? Wie sehen Sie die Gewalt in den Stadien? Sind die Diskussionen um Vereine wie den BFC Dynamo Ihrer Ansicht nach überzogen? Oder sollte man diesen, wie auch die anderen Vereine, in denen sich bereits radikale Strukturen breitgemacht haben, verbieten? Haben Sie eigene Stadion-Erfahrungen mit Hooligans und rassistischer Gewalt?

Sagen Sie uns Ihre Meinung und schildern Sie Ihre Sicht der Dinge!

Update [18.07.2010]: Der BFC Dynamo ist in der Saison 2010/11 für den DFB-Pokalwettbewerb gesperrt worden. Dies habe das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) am Sonntagabend entschieden, teilte der BFV mit. (Quelle: BZ – Zum Artikel)

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